Bhavana Vihara - Das Buddha-Haus im Norden e.V.

Ayya Khema

 

25.8.1923 geb.als Ilse Kussel in Berlin, jüdische Eltern
1939 flohen die Eltern aus Berlin nach Shanghai (China), letzte Zufluchtsstätte europäischer Juden. Drei Monate später verließ Ilse mit einem jüdischen Schiffstransport Berlin und fand Aufnahme in Glasgow/Schottland
1941 folgte sie den Eltern nach China
1943 entstand auf Drängen der deutschen Regierung das Shanghaier Ghetto, in dem Ilses Vater kurz vor der Befreiung starb (aufgrund von unzureichender medizinischer Versorgung).
1949 wurde Ilse amerikanische Staatsbürgerin, Ehefrau und Mutter von zwei Kindern. Sie arbeitete als Sekretärin und Buchhalterin. In diesen Jahren wachsender Unzufriedenheit nahm sie die Lektüre philosophischer und spiritueller Texte auf. Mit diesen Gedanken und Gefühlen blieb sie aber in der Familie allein.
1959 lernte sie ihren zukünftigen zweiten Ehemann kennen und lebte dann kurze Zeit in einer spirituellen Gemeinschaft. Aufenthalte im Ashram des verstorbenen Ramana Maharshi und im Sri Aurobindo Ashram in Südindien waren der Auftakt ihrer spirituellen Entwicklung. Sie begegnete dort Sri Aurobindos Weggefährtin der „Mutter“. Deren fantasievoll angeleitete Meditationen und sprachliche Einfachheit ermöglichte ihr einen ersten und prägenden Zugang zur Meditation.
1964 siedelte die Famile nach Australien um und führte dort auf einer eigenen Farm ein autonomes Landleben.
1970 Besuch des englischen buddhistischen Mönchs Phra Khantipalo (Laurence Mills) auf ihrer Farm. Erstmaliger Kontakt zur wirklichen Befreiungslehre (Buddhadhamma). Bald organisierte sie Meditationskurse auf ihrer Farm und reiste zur eigenen Ausbildung in der Theravada - Tradition zu verschiedensten buddhistische Zentren in den USA, Burma, Thailand, Sri Lanka und Australien und begleitete erste eigene Meditationskurse auf ihrer Farm.
1975 begann sie die Meditation und die Lehre des Buddhismus in der Therevada-Tradition zu vermitteln.
1977 ging ihre Ehe auseinander.
1978 lernte Schwester Khema (ihr neuer Name) in Sri Lanka den Mönch Nyanaponika Mahathera (1902-1992) kennen, bei dem sie ihr Wissen vertiefen konnte.
1978 gründete sie in Sydney das Waldkoster „Wat Buddha Dhamma“ in der frühbuddhistischen Tradition des Theravada.
1979 ordinierte sie als Nonne in Sri Lanka.
1983 suchte Sie Matara Sri Nyanarama Mahathera (1902 – 1992 ), einen singhalesischen Mönch, auf, der Ayya Khema autorisierte die Jhanas (verfeinerte Bewusstseinszustände) und die Samathapraxis (Geistesruhe) systematisch im Westen zu lehren.
1984 gründete sie ein Frauenkloster und Meditionszentrum in Sri Lanka.
1989 wurde das Buddha-Haus im Allgäu für sie gegründet. Aufgrund politischer Unruhen und der unsicheren Situation in Sri Lanka wurde für Ayya Khema das Buddha-Haus zum Lehr- und Lebensmittelpunkt . Aufgrund ihrer Inspiration entstand das erste buddhistische Waldkloster, das „ Metta Vihara“, im Allgäu.
1997 eine Woche vor ihrem Tod gründete sie noch den Orden der „Westlichen Waldkloster Tradition“.
2.11.1997 Ayya Khema starb im Buddha-Haus.
1998 Beisetzung in der Stupa des Buddha-Hauses.Testamentarisch wurde Nyanabodhi als spiritueller Nachfolger von Ayya Khema benannt und unter 16 Schülerinnen und Schülern wude u.a. Dr. Sylvia Kolk autorisiert, die Dhammalehre weiter zu geben und zu unterrichten.
 

Ayya Khema war eine eher unkonventionelle Nonne. So hielt sie nur die für Nonnen gültigen Regeln ein, die sie für sinnvoll erachtete. Sie schor sich nicht täglich die Haare und aß am Nachmittag gern einmal ein Stück Kuchen, obwohl Mönche und Nonnen nach der Mittagszeit keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen dürfen. Selbstverständlich war es für sie ebenfalls sich für die Gleichberechtigung von Nonnen einzusetzen, denn leider genießen Mönche noch immer mehr Vorteile als Nonnen. Da sie der Meinung war, dass man bei Ungerechtigkeiten etwas tun müsse, berief sie u.a. eine erste Nonnenkonferenz ein.


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